Montag, 14. August 2006

Junggesellenabschied in Brüssel

Ein guter Freund wird demnächst den Bund der Ehe eingehen. Grund für uns Jungs ihn mit einem kleinen Ausflug zum Junggesellenabschied zu überraschen...
So ging es letzten Freitag direkt nach der Arbeit erstmal Richtung Lippstadt, um den ahnungslosen Bräutigam ins Auto zu packen und mit auf die Tour zu nehmen. Kurz nach halb 1 Uhr nachts haben wir dann zunächst mit einem Hotel-o-mat - hört sich wie bei Wallace & Gromit an - Bekanntschaft gemacht und uns in einem kleinen Motel bequem gemacht. Gegen 8 Uhr morgens haben wir dann mehr oder weniger ausgeschlafen unseren Freund aus dem Bett geholt.
Wir haben ihm 10 Minuten Zeit gegeben, um ein paar Sachen von einer To-do-Liste einzupacken und uns wieder auf den Weg zu machen. Nach einer kleinen Wohnungsbesichtigung wurde dann noch ordentlich gefrühstückt bevor es dann auf die Autobahn ging. Unser Freund bekam seine Augen verbunden damit er nicht gleich sehen konnte wohin es eigentlich ging.
Nach etwa 350 km und unzähligen Pinkelpausen haben wir dann schließlich unser Ziel Brüssel erreicht!


Unser netter Check-in Hotelomat


Mein Auto vor unseren Motelzimmern


Auf dem Weg zu unserem scheidenden Junggesellen...


...Überraschung!


Ich packe meinen Koffer!


Frühstückspause


"Was haben die Verrückten hier nur mit mir vor???"


Irgendwo unterwegs auf der A1

Dort angekommen haben wir uns erstmal in unserer Juhe einquartiert und uns in einem Imbißladen mit Kebab und Fritten für den weiteren Nachmittag gestärkt. Unsere kleine Stadttour startete mit einer Runde durch das Rotlichtviertel, wobei das bei Tageslicht eigentlich recht harmlos aussah.
Der erste Stop war dann ein Supermarkt, wo wir uns mit etwas belgischen Bier mit dem klangvollen Namen "Delirium tremens" eingedeckt haben. Weiter ging es danach in die Altstadt, um die typischen Touristenattraktionen abzuklappern. In einem netten Souvenirladen haben wir uns auch noch alle passend neu eingekleidet. Unterwegs haben wir witzigerweise noch Engländerinnen getroffen, welche auch einen Junggesellinnenabschied machen wollten, aber dummerweise die zukünftige Braut verloren haben...


Endlich in Brüssel...Mittagessen!


Pissoirkultur


Im Bankenviertel


Spiegelhochhaus


Auf den Weg ins Zentrum


Qual der Wahl am Bierregal im Supermarkt


Anprobe im "Brussels Corner" - Hunde sind Helden


Tim & Struppi an einer Hauswand


Mannekenpis das Wahrzeichen von Brüssel


Les Frites vor dem berühmtesten Bürger in Brüssel


Waffel essen ist schon schwer...

In jedem geraden Jahr wird für etwa vier Tage auf dem Grand' Place vor dem Rathaus und den ehemaligen Zunfthäusern ein bunter Blumenteppich ausgelegt...und rein zufällig war diesmal gerade an diesem Wochenende das Blumenmeer zu bewundern!



Maison du roi


Fahnen am Rathaus


Fassade des Hotel de Ville


Auf dem Weg zum Glück...


Blumenteppich auf dem Grote Markt


Blick auf den Grand' Place


Paparazzi?


Ein Straßenkünstler


Die Galeries Saint-Hubert

Nach der kurzen Stadtführung sind wir dann in einem Café mit dem schönem Namen "À la morte subite" - der plötzliche Tod - eingekehrt, um wieder einige der Brüsseler Bier-Spezialitäten zu genießen. Bier ist ja das belgische Nationalgetränk. Diesmal habe ich eine Geuze probiert, welches etwas gewöhnungsbedürftigt süß-sauer schmeckt und lauwarm serviert wird...unser scheidende Junggeselle bekam von uns eines der etwas stärkeren von Mönchen gebrauten Trappistenbiere vorgesetzt. Einige der Biersorten haben es richtig in sich, da sie teilweise um die 11-12% Alkohol enthalten, welche man aber nicht so herausschmeckt...


An der Biertheke...


...wartet der plötzliche Tod...


Ohne Worte


Cathédrale St-Michel


Blick auf den Palais de Justice


Mannekenpis - Fälschung I


Vor dem Königspalast


Kalte Füsse?


Mannekenpis -Fälschung II

Bevor es dann mit dem Abendprogramm in einem Jazzclub weiterging, hieß es erstmal Essen fassen. In einer Straße, wo sich eine Gyrosbude neben der anderen befindet, haben wir uns eine Pitarolle geholt. Diese Dönervarianten, die mit Fleisch und Fritten gefüllt werden, sind aber auch richtig sättigend.
Unsere Kneipentour führte uns anschließend in einen netten Club, wo an diesem Abend eine englische Jazzsängerin live auf der Bühne stand und wir deshalb auch gleich ein Lied für unseren Bräutigam gewünscht haben, was sie netterweise auch gerne gemacht hat...
Im Laufe des Abends wurden dann noch so manche Biersorten ausprobiert bevor es dann nach einem nächtlichen Snack - für einen von uns war das später leider doch etwas zuviel des Guten - irgendwann wieder Richtung Juhe ging.


"Pitastreet"...


...Hunger?


Ohne Worte


Livejazz im Music Village


In geselliger Runde


Blumenteppich bei Nacht


Im Gespräch mit den belgischen Freund und Helfern


"Bipolar Perversion"


Amsterdam-Heidelberg-Frankfurt-Brüssel...

Am nächsten Morgen wurde dann erstmal wieder gemütlich gefrühstückt. Dazu haben wir uns ins Café auf dem Dach des Instrumentmuseum gegeben, von wo aus man einen schönen Blick auf die Stadt hat.
Gestärkt mit frischen Croissants, Rühreier und knusprigen Speck stand anschließend der Besuch des Königspalast auf dem Plan, welcher nur wenige Wochen im Jahr für die Öffentlichkeit geöffnet wird. Leider durfte man im Palastinneren keine Fotos machen. Besonderseindruckvoll waren dabei der riesige Ballsaal mit unzähligen Kronleuchtern und ein Saal dessen Decke mit den Panzern von etwa 1,4 Millionen Schildkäfern verziert wurde.
Nach der Schloßbesichtigung hieß es dann leider schon wieder Abfahrt nach Hause. In einem Supermarkt wurde aber noch der heimische Biervorrat etwas aufgefüllt...


Jungs beim Frühstücken


St.Jaques-sur-Coudenberg


Blick vom Mont des Art


Auf dem Heimweg...


...gute Reise!

Eßkultur Teil 3: Fastfood in Belgien

Wer bei Belgien an Fastfood denkt, hat sicher als erstes Fritten im Kopf...stimmt! Pommes frites gelten schließlich als belgische Erfindung, weshalb sie im Englischen dann auch als French fries bezeichnet werden...neuerdings ja gelegentlich auch als Freedom Fries...im Original wohl als Vlaamse Frites!
Naja, so verwundert es nicht, daß es im jedem guten belgischen Imbiß auch Pommes zu kaufen gibt! Weiter gehört dazu natürlich noch ein reichhaltiges Angebot an Saucen. Ganz klassisch mit Mayonaise, aber auch etwas ausgefallenere Varianten mit Piri-Piri oder Curry dürfen nicht fehlen.
Das Fastfoodangebot ist weiter geprägt von den vielen Einwanderern, so daß man fast überall eine Kebabrolle in verschiedensten Variationen genießen kann. Vom gewöhnlichen Döner vom Drehspieß bis zu lekkeren Varianten mit "richtig" gewürzter "echter" Hähnchenbrust oder Rinderfleisch reicht das breite Angebot...dazu kann man dann eines der unzähligen Biere in Belgien trinken!
Ansonsten gibt es noch ein paar urtypische "Fastfood" Möglichkeiten im Abgebot...wie z.B. Schnecken in heißer Brühe oder Frikandeln - eine Art Bratwurst ohne Pelle oder einfach Cevapcici auf belgisch...
Desweiteren sind bei den süßen Sachen die Waffeln (Gaufres) bekannt. Hier gibt es Varianten mit Zucker, Honig, Schokolade, frischer Sahne und/oder Obst...


Ein Kebabmenü mit Putenbruststreifen und Fritten


Bierregal in einem Brüsseler Supermarkt


Belgische Waffelvariationen


Hochbetrieb in einer Waffelbäckerei


Hmmm...Waffeln mit frischen Erdbeeren und belgischer Schokolade!


Eine mobile Garküche mit Schnecken im Topf...


...lekker Schneckensuppe!


Ein Baguette belegt mit einer Merguez und viel Fritten...


Knusprige Pommes mit einer pikanten Sauce Andalusia!


Blick in einen Schnellimbiß gegen 2 Uhr morgens...

Mittwoch, 9. August 2006

Damals...

...war ich noch der kleine Studi, der im Krankenhaus sein Praktikum absolvieren mußte und den ganzen Docs hinterherlief. Heute bin ich der derjenige dem die Famulanten folgen...naja ganz soviele sind es noch nicht...
Letzte Woche haben wir auf Station eine Famulantin bekommen. Das ist ja prinzipiell eine ganz praktische Sache...so kann man morgens schon mal die lästigen Blutentnahmen erst den Famuli überlassen. Bei den schwierigen Patienten bist aber nun du derjenige, der dann doch noch mal ran muß und dabei hofft erfolgreicher zu sein. Tja, und irgendwie ist sie letzte Woche anfangs die meiste Zeit mir auf Visite etc. gefolgt. Es ist schon etwas seltsam, wenn dir nun jemand wie ein Schatten folgt und dir bei der Arbeit zu sieht und Fragen stellt. Ich bin ja im Moment auch noch nicht wirklich der klinisch fitteste Assi im Haus, um den Studis auch richtig was beizubringen...also bei etwas forschen Fragen stehe ich auch noch teilweise ratlos da...ich denke das wird ihr schon aufgefallen sein, daß ich beispielsweise bei den ärztlichen Anordnungen zum Teil noch etwas unsicher bin...
Aber man gewöhnt sich doch schon ziemlich daran, daß du nun noch jemanden "unter" - so kann man es ja eigentlich nicht wirklich sagen - dir hast, der einem etwas Arbeit abnehmen kann, welche sonst wieder ungeliebt liegen bleiben würde. Immerhin haben wir ziemlich Glück, daß unsere Famulantin ziemlich fit ist. So kann man sie wirklich sinnvoll beschäftigen. Witzigerweise kennt sie die Klinik fast besser als unsereiner, da sie früher mal schon dort gejobbt oder ein Praktikum gemacht hat...
Da unsere Klinik kürzlich auch ein Lehrkrankenhaus geworden ist, kommen wohl Ende August nun auch ein paar PJler zu uns...bin ja mal gespannt wer sich da freiwillig dorthinbegibt...